Business Blog

Wenn der bisherige Weg plötzlich versperrt ist und nicht mehr zum Ziel führt, dann werden wir alternative Wege finden müssen. Bestes Beispiel sind die Lockdown-Maßnahmen der aktuellen Corona-Krise. Doch bereits in Folge der Finanzkrise der Jahre 2007/08 bestand für viele Unternehmen weltweit die Notwendigkeit, einen plötzlichen Perspektivenwechsel vorzunehmen. Und klar ist: Auch in Zukunft wird es immer wieder solche weitgehend unvorhersehbare Ereignisse geben.

In diesem Zusammenhang stellen sich vor allem drei Fragen, die ich im Folgenden behandeln möchte:

  • Wie finden wir diese alternativen Wege?
  • Wie entscheiden wir, welcher Weg der Beste ist?
  • Was ist zu tun, wenn sich das Umfeld ändert?

1. Alternative Wege finden: Auf den Blickwinkel kommt es an

Wenn wir uns in einem Labyrinth befinden, dann sehen wir nur bis zur nächsten Abbiegung. Um alternative Wege zum Ziel zu finden, sollten wir möglichst auf einen Turm steigen und die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Dann eröffnet sich der Blick auf die Gänge des Labyrinths von oben und wir können die möglichen Wege zum Ziel ganz leicht erkennen.

Alternative Wege

Im praktischen Business-Alltag kann jedes Gespräch mit Kunden und Partnern oder ein gut vorbereiteter und geführter Strategie-Workshop mit dem eigenen Führungsteam neue Wege und Perspektiven aufzeigen.

Aus meiner Tätigkeit als Interim Manager und Business Coach haben sich bei vielen meiner Klienten kreative Strategie-Workshops als der Garant für neue Perspektiven etabliert. Brainstorming-Elemente und das gezielte Betrachten aus neuen Blickwinkeln brachte die Führungsteams sehr oft auf völlig neue Ansätze. So können Unternehmensstrategien wachsen.

Tipp

Einfach mal auf den imaginären Turm steigen, um die möglichen Wege zum Ziel zu erkennen. Alte Denkmuster und Strategien, die offensichtlich nicht zielführend sind, dabei bewusst ausblenden.

2. Entscheidungen treffen: Daten und Tools helfen

Wenn vom Turm unterschiedliche Wege sichtbar sind, die zum Ziel führen, dann möchten wir wissen, welcher Weg wohl der Beste ist.

Turm

In Autos zeigen uns moderne Navis auf Knopfdruck alternative Fahrtrouten und errechnen den schnellsten, kürzesten und sparsamsten Weg zum Ziel. Doch auch für Unternehmen liefern Navigationsinstrumente wichtige Informationen, um den besten Weg zu mehr oder besserem Geschäft zu finden. Voraussetzung, um daten- und faktenbasierte Entscheidungen treffen zu können, ist eine angemessene IT-Infrastruktur. Gut integrierte Systeme (z.B. ERP für gesamte Unternehmen oder CRM für den Vertrieb) und Menschen, die damit umgehen können.

Für Führungskräfte heißt das: Der Belegschaft muss man einerseits solche Tools zur Verfügung stellen, ihr aber auch einen dementsprechend gekonnten Umgang damit ermöglichen.

Unabhängig von der Technik ist eine Datenstruktur mit den relevanten Erfolgs- und Steuerungsgrößen wichtig. Wenn wir die Instrumente richtig einsetzen, dann können sie wertvolle Entscheidungshilfen für die Wahl des besten Weges und die Steuerung zum Ziel liefern… Remote und in Real-Time!

Tipp

Welche „Navigationsinstrumente“ nutzt Ihr Unternehmen bereits? Bringen Sie diese hinsichtlich Technik und Datenstruktur regelmäßig auf den neuesten Stand.

3. Anpassungsfähig werden: Trend zum Multichannel-Marketing

Märkte verändern sich immer schneller, manchmal über Nacht. Das muss sich nicht immer in Form größerer Krisen äußern. Generell gilt aber, dass Leadership-Skills und die schnelle Anpassungsfähigkeit an Marktveränderungen wichtige Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg sind – das gilt ganz besonders für internationales Geschäft.

 

Labyrinth

 

Im Extremfall ist es auch eine Frage des wirtschaftlichen Überlebens, mit flexiblen und innovativen Geschäftsmodellen zu arbeiten. Doch auch derzeit erfolgreich agierende Unternehmen aller Art, können von solchen Anpassungen profitieren.

Beispielsweise ist es in der Kosmetikbranche nicht unüblich, eine attraktive Marke ausschließlich über Retail- oder Online-Kanäle (über ein mehrstufiges Handelssystem oder Direktvertrieb) zu vermarkten. Das kann durchaus seine Berechtigung haben. Schließlich ist diese Form der Vermarktung Teil des Marketing-Mix und kann nicht losgelöst von den speziellen Produkteigenschaften gesehen werden.

Während bisher aber vielfach Entweder-oder-Entscheidungen getroffen wurden, sind zunehmend Sowohl-als-auch-Entscheidungen zu beobachten: das Eine tun, ohne das Andere zu lassen! Im Einzelfall ist eine Chancen-Risikoabwägung vorzunehmen.

Tipp

Immer wieder kritisch prüfen, wie sehr das eigene Geschäftsmodell von Umweltbedingungen abhängt, die sich schnell ändern können. Gegebenenfalls mehrere Wege gleichzeitig beschreiten. Auch Internationalisierung von Geschäft kann ein Weg sein, um Risiko zu reduzieren.

Festzuhalten bleibt, dass in einem sich schnell ändernden Umfeld Multichannel-Marketing, also das Beschreiten mehrerer Wege gleichzeitig, eine gute Strategie sein kann … just in case a road is closed!