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COVID-19 hat uns alle quasi über Nacht in eine weltweite Krisensituation versetzt.

Überall, wo Menschen miteinander zu tun haben, zeigt sich gerade in Krisenzeiten, auf wen wir uns verlassen können. Das gilt in der Politik, in Organisationen und Unternehmen, unter Freunden und in der Familie.

Was Unternehmenskultur ist Illustration

Es mag sein, dass über die Bedeutung von Unternehmenskultur für den geschäftlichen Erfolg schon viel geschrieben worden ist. Doch genau jetzt – in solchen Krisenzeiten und unmittelbar danach – ist eine positive Unternehmenskultur absolut essenziell.

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen daher weiter unten auch 5 konkrete Tipps geben, wie Sie die „Kultur“ auch in Ihrem Unternehmen fördern können. Doch lassen Sie uns zunächst, in aller Kürze, eine grundlegende Definition aufstellen – was versteht man eigentlich unter „Unternehmenskultur“?

 

Definition

Es geht um die Grundgesamtheit an Werten, sozialen Normen sowie Gesinnungen, die innerhalb eines Unternehmens vertreten werden. Also beispielsweise wie geführt wird oder wie Entscheidungen getroffen werden.

 

Denn neben der Entschlossenheit in dem, WAS zu tun ist, ist gerade in Krisenzeiten das WIE besonders wichtig. Das trifft vor allem dann zu, wenn schmerzhafte Schritte eingeleitet werden müssen, wie z.B. die Reduktion der Belegschaft oder Änderungen in langjährigen Geschäftsbeziehungen, etwa zu Lieferanten oder anderen Partnern.

Welche Reaktionen ausgelöst werden können, wenn Unternehmen in Krisenzeiten Maßnahmen einleiten, die in der öffentlichen Meinung als ungerecht wahrgenommen werden, hat sich im Frühjahr gezeigt. Als einzelne, wenige Firmen vertragliche Verpflichtungen in Frage stellten, wurde dies mit Unverständnis und Protest quittiert.

Warum es gerade jetzt wichtig ist, Vorgehen und Verhaltensweisen im eigenen Unternehmen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, machen diese 5 Punkte deutlich:

Richtig vor schnell

Tipp 1:
Richtig geht vor schnell

Einige Unternehmen haben fertige Krisenpläne in der Schublade. Dort wo eine weltweite Pandemie als mögliches Krisenszenario im Rahmen eines Krisenplans bestand, scheint das Vorgehen bereits vorprogrammiert zu sein. Gut, wenn solche Pläne vorliegen. In der Regel müssen aber selbst in diesen Fällen wesentliche Anpassungen an die spezielle Situation vorgenommen werden. Das erfordert gründliche Überlegungen und ein Minimum an Zeit. Hier muss die Regel gelten, dass richtig vor schnell geht. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: dies ist keine Aufforderung, unnötig Zeit verstreichen zu lassen! Falsche Entscheidungen korrigieren zu müssen, kann aber noch länger dauern, sofern Korrekturen im Nachhinein überhaupt möglich sind.

Alleingänge

Tipp 2:
Alleingänge vermeiden

Gerade in Krisenzeiten müssen Sie sich auf Ihr Team verlassen können, denn: die eigenen MitarbeiterInnen sind häufig die besten Berater. Das hat mir neulich ein potenzieller Kunde gesagt… und Recht hat er! Wenn Sie Ihr Führungsteam gerade in Entscheidungen mit besonderer Tragweite und von hoher Sensibilität ins Vertrauen ziehen, werden diese alles tun, um Sie nicht zu enttäuschen. Das gilt zumindest, wenn Sie im Normalbetrieb auch keine Ja-Sager-Kultur „herangezogen“ haben.

Entscheiden im Sinne der Sache

Tipp 3:
Entscheiden im Sinne der Sache

Auch wenn das für die Meisten selbstverständlich ist, möchte ich diesen Punkt nicht ungenannt lassen. Denn wir sind alle nur Menschen … und manchmal eben auch emotional vereinnahmt. Wenn dann in einem Führungsteam offen darüber gesprochen werden kann, dann ist das Gold wert (siehe Punkt 2).

Entscheidung im Sinne der Sache

Tipp 4:
Klare und deutliche Kommunikation

Wenn Sie Ihre Entscheidung mitteilen, kommunizieren Sie klar und deutlich. Gerade wenn es schwierig wird, schätzen Menschen klare Worte. Das hat nichts mit rauen Umgangsformen zu tun, aber zu viel Diplomatie in der Formulierung kann gelegentlich auch den Ernst der Lage verdecken. Erläutern Sie die Hintergründe von harten, aber erforderlichen Entscheidungen und nehmen Sie die Menschen mit. Nur Menschen, die verstehen wohin Sie wollen, können dazu beitragen das Ziel zu erreichen.

Prinzipien treu bleiben

Tipp 5:
Den eigenen Prinzipien treu bleiben

Meiner Erfahrung nach ist es ein gutes Prinzip, in seinem Handeln einschätzbar zu sein und andere nicht zu überraschen. Das gilt zumindest im Zusammenspiel mit dem eigenen Team, Kunden und anderen Geschäftspartnern (das gilt ausdrücklich nicht für den Umgang mit Wettbewerbern, wobei auch hier natürlich Fairness geboten ist). Wer anders verfährt, sollte sich nicht wundern, gelegentlich von seinem Umfeld überrascht zu werden.

All das ist im Grundsatz nichts Neues. Die Situation ist aber neu und erfordert einen angemessenen Umgang. Hier ist gute Kommunikation und ein fairer und respektvoller Umgang miteinander besonders wichtig. Die Frage des WIE ist eine Frage der Unternehmenskultur. Das hat nichts mit „Weichspülerei“ zu tun.

 

Fazit

Wie in Krisenzeiten verfahren wird, hallt noch lange nach und prägt Kultur… im Positiven, wie auch im Negativen! Das war auch schon in früheren Krisen so und wird auch nach Corona so sein.

 

Haben Sie dazu auch Erfahrungen, die Sie gerne teilen möchten? Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen. Zum Beispiel auf meiner LinkedIn-Page oder via Mail an office@perspective-int.com!